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Für Väter

Vater-Kind-Kur: Voraussetzungen, Ablauf und Begleitung durch den Antrag

Dieselbe Vorsorgemaßnahme wie für Mütter, nur kennen sie noch zu wenige. Auch du arbeitest dort an dem, was dich leer macht, ärztlich begleitet und von deiner Krankenkasse getragen. Und du bekommst etwas zurück, das im Alltag vieler Väter zu kurz kommt: Zeit mit deinem Kind, ohne dass etwas dazwischenkommt.


Warum noch immer zu wenige Väter davon wissen

Die Vater-Kind-Kur ist eine stationäre Vorsorgemaßnahme nach § 24 SGB V. Drei Wochen mit deinem Kind in einer dafür zugelassenen Klinik, getragen von deiner Krankenkasse. Nicht jede Klinik hat Vaterplätze, deshalb lohnt sich Vorlauf. Das ändert sich gerade, langsam, aber spürbar.

Männer nennen es selten Erschöpfung. Sie nennen es Stress, Druck oder eine Phase. Und sie merken es oft zuerst daran, dass sie nicht mehr wirklich da sind. Körperlich schon, innerlich woanders.


Momente, die viele Väter kennen

  • Du kommst nach Hause und weißt nicht, ob du dich auf die Kinder freust oder hoffst, dass sie schon schlafen.
  • Du schläfst und bist morgens trotzdem nicht ausgeruht. Das sagst du niemandem.
  • Gereiztheit, die du dir nicht erklären kannst, und danach das schlechte Gewissen, weil es die Kinder getroffen hat.
  • Du arbeitest mehr als früher, nicht aus Ehrgeiz, sondern weil dort klar ist, was von dir verlangt wird.
  • Du weißt nicht mehr, wann du das letzte Mal richtig gelacht hast.
Flurkommode mit Laptoptasche, Autoschlüssel und einer Kinderzeichnung

Die Hürde, die fast alle Väter nennen

„Ich funktioniere doch noch.“ Das ist der Satz, den ich von Vätern am häufigsten höre. Funktionieren ist aber kein Zustand, in dem es einem gut geht, sondern eine Leistung, die dich jeden Tag etwas kostet.

Der zweite Satz ist meistens: „Bin ich dann der einzige Mann unter den ganzen Frauen?“ Nicht zwangsläufig. Manche Kliniken fahren reine Vater-Kind-Durchgänge, in anderen liegen ein paar Väterplätze zwischen den Müttern. Was dir lieber ist, klären wir vorher, denn es entscheidet mit darüber, welche Klinik in Frage kommt.


Eine große und eine kleine Hand sortieren Steine und Muscheln auf einer Holzbank

Was dich in den drei Wochen erwartet

Ärztliche Aufnahme, Bewegung, Physiotherapie, Entspannung, Gespräche einzeln und in Gruppen. Dein Kind hat sein eigenes Programm und ist tagsüber betreut.

Für viele Väter ist der Nebeneffekt der, der am meisten hängen bleibt: drei Wochen, in denen morgens nichts ansteht außer dir und deinem Kind. Kein Handy, das vibriert, keine offene Aufgabe im Hinterkopf. Die Arbeit an dem, was dich erschöpft, läuft trotzdem und sie ist der Grund, warum du dort bist.

Ob dein Kind als Begleitkind oder als Therapiekind mitfährt, klären wir vor dem Antrag.

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Wer zahlt was.

Die Maßnahme selbst trägt deine Krankenkasse. Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, Anwendungen und die Betreuung deiner Kinder sind darin enthalten.

Für Erwachsene fällt ein Eigenanteil an: 10 Euro pro Tag, dazu je 5 Euro für Hin- und Rückfahrt. Bei drei Wochen sind das zusammen 220 Euro. Kinder zahlen nichts. Wer von der Zuzahlung befreit ist oder die Belastungsgrenze erreicht hat, zahlt auch das nicht.

Achtung, es wird teurer. Ab dem 1. Januar 2027 steigt der Tagessatz auf 15 Euro, der Eigenanteil liegt dann bei 325 Euro. Maßgeblich ist, wann du die Maßnahme antrittst, nicht wann du sie beantragst.

Die Fahrt zur Klinik trägt deine Kasse weitgehend mit, dafür fällt eine kleine Zuzahlung pro Person und Fahrt an. Selbst zahlst du den Gepäckversand und persönliche Ausgaben vor Ort. Meine Begleitung kostet 75 Euro für eine Kur und 100 Euro für eine Reha, für den kompletten Antragsweg.

Diese Angaben gelten für gesetzlich Versicherte. Für Beamtinnen, Beamte und Privatversicherte läuft es grundlegend anders: Dort gibt es keine Zuzahlung, dafür streckst du die Klinikrechnung vor und holst dir das Geld von Beihilfe und Versicherung zurück. Alles dazu steht auf der Seite Beihilfe und private Versicherung.

Ablauf und Preise im Detail


Häufige Fragen

Gibt es die Vater-Kind-Kur wirklich?

Ja. Sie ist eine stationäre Vorsorgemaßnahme nach § 24 SGB V und du hast einen eigenen Anspruch darauf. Nicht jede Klinik hat Vaterplätze, deshalb ist Vorlauf wichtig.

Brauche ich eine Diagnose?

Nein. Es geht um Belastung und Erschöpfung, bevor daraus eine Erkrankung wird. Das Attest muss deine Situation nachvollziehbar beschreiben, nicht dramatisieren.

Kann ich fahren, wenn meine Partnerin schon eine Kur hatte?

Ja. Der Anspruch besteht für dich persönlich und ist unabhängig davon, ob deine Partnerin eine Maßnahme in Anspruch genommen hat.

Wie lange dauert die Vater-Kind-Kur?

Drei Wochen und dabei bleibt es. Eine Eltern-Kind-Kur wird nicht verlängert. Plane die Zeit deshalb von Anfang an vollständig ein.


Vorträge für Kitas, Grundschulen und Familienzentren

„Eltern-Kind-Kur: Anspruch, Antrag, Ablauf“ ist ein Vortrag für Eltern. Etwa 30 Minuten, danach so lange Fragen, wie es Fragen gibt. Es geht darum, wer Anspruch hat, worin sich Vorsorge und Reha unterscheiden, wer mitfahren darf, was die drei Wochen kosten und wie der Antrag läuft. Am Ende weiß jede Familie, was ihr nächster Schritt wäre.

Für Kitas, Grundschulen und Familienzentren halte ich den Vortrag ohne Honorar. Im Umkreis von 50 Kilometern komme ich persönlich vorbei, darüber hinaus online. Mehr als einen Raum braucht es nicht, das Handout bringe ich mit.

Du kennst jemanden, der jemanden kennt? Oder du möchtest den Vortrag in der Einrichtung deines Kindes vorschlagen? Schreib mir eine Mail, den Rest kläre ich mit der Einrichtung.

sabine.grendel@projekt-gesundheitsberatung.de

Stichwort Vortrag genügt, ich melde mich zurück.


mit kind in kur, eine Initiative der PROJEKT-Gesundheitsberatung e.V.

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